MyPod: 10 Top Titel von Rascha Osman

Rascha Osman ist Kulturchefin in der Schweizer Botschaft in Berlin. In Kairo geboren und in Biel aufgewachsen hat sie in Bern Anglistik, Politik- und Islamwissenschaften studiert. Seit 2007 steht sie als Diplomatin im Dienst des EDA und war u.a. in der Schweizer EU-Mission in Brüssel tätig. Eines ihrer persönlichen Highlights ist das alljährliche Engagement der Botschaft beim Reeperbahn Festival in Hamburg.

24/09/19

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Stephan Eicher – Rivière (2007)

Ich wurde im Frühsommer 2012 nach Brüssel versetzt und durfte im gleichen Sommer einen grossartigen Auftritt von Stephan Eicher am Brussels Music Festival erleben. An dem Abend auf dem Platz vor dem Königspalast inmitten von tausenden v.a. französischsprachigen Fans, die jedes Wort – selbst Dialektsongs wie «Hemmige» – mitsangen, wurde mir erstmals bewusst, was für ein Superstar Stephan Eicher ist. Ein immer wieder beeindruckender Sänger und eine tolle Konzerterinnerung!

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Phanee de Pool – Luis Mariano (2017)

Eine Freundin hat mir Phanee de Pools Cover von Stephan Eichers «Déjeuner en paix» gezeigt. Ihre Songs sind verspielt und auch berührend und sie kommt aus meiner Heimatgemeinde Biel! Eine ehemalige Polizistin, die zur Schweizer Musiksensation wird – das Leben schreibt definitiv die besten Geschichten! Und dass sie das Video zu Luis Mariano im vertikalen «Smartphone Format» gefilmt hat ist wirklich clever!

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Egopusher – Flake (2017)

Ein Privileg als Kulturchefin in der Schweizer Botschaft in Berlin ist es, den Schweizer Auftritt am Reeperbahn Festival mitunterstützen und dann auch teilnehmen zu dürfen. Egopusher durfte ich also live am Reeperbahnfestival 2017 erleben und war begeistert! Geige, Schlagzeug und Synthesizer … irgendwie klingt dieser Sound vertraut – ein wenig wie Filmmusik – und gleichzeitig vollkommen neu. Hypnotisierend am Anfang und dann richtig mitreissend. Ich habe in einem Kommentar etwas von «Musik für eine Netflix-Serie» gelesen … passt!

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Le Roi Angus – Brisbane Epidermique (2015)

Eine Neuentdeckung für mich! Wir konnten die Shooting Stars aus Genf für die Fête de la Francophonie im März 2019 in Berlin gewinnen, welche dieses Jahr unter dem gemeinsamen Vorsitz der Schweizer Botschaft und der Botschaft von Burkina Faso ausgerichtet wurde. Klingen für mich nach 70er-Jahre psychedelischem Pop-Rock oder, um Radio Bayern 2 zu zitieren, «Psychedelische Poesie vom Genfer See».

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Fai Baba - Nobody But You (2016)

September 2016, mein erstes Reeperbahn Festival und Fai Baba die erste Schweizer Band, die ich dort erlebt habe. Bestimmt mit ein Grund, weshalb sie mir so eindringlich in Erinnerung geblieben sind. Ich weiss eigentlich gar nicht so genau, wie ich den Sound beschreiben soll und vor allem nicht, warum er mir so gefällt. Psychedelisch ist wieder so ein Wort, das mir in den Sinn kommt, aber auch schräg, wild und unheimlich kreativ.

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Fatboy Slim – Weapon Of Choice (2000)

Für den Song, aber vor allem für dieses Video, gibt es verschiedene Gründe. Erstens, es ist Fatboy Slim! Zweitens, das Video ist von Spike Jonze – der Being John Malkovich gedreht hat oder auch Björks Video «It’s oh so quiet»! Drittens, Christopher Walken tanzt darin! Und dann ist da natürlich diese wirklich mitreissende Mischung aus Funk, Dance und Elektronik. Für mich ein kleines Meisterwerk!

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Stromae – Papaoutai (2013)

Ich habe vier Jahre in Brüssel verbracht. Stromae gehört daher ganz klar auch in meine Aufzählung. Papaoutai ist ein Ohrwurm und das meine ich hier nur positiv! Stromaes Kreativität hat mich immer beeindruckt – es passt alles zusammen, die Musik, die Outfits, die Gestaltung seiner Videos und das gesamte Konzept seiner Auftritte. Man muss ihn einfach mal live erlebt haben, grandios! Und in Belgien sowas wie ein Superheld – neben der Fussballnationalmannschaft Diables Rouges natürlich.

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Queen – Under Pressure (mit David Bowie)

Queen ist seit Teenagerzeiten meine absolute Lieblingsband. Es fiel mir unheimlich schwer, mich für einen Song zu entscheiden. «Under Pressure» hat gewonnen, weil es nichts Besseres gibt als Freddy Mercury zusammen mit David Bowie. An diesem Song stimmt einfach alles, Melodie, Instrumentalisierung, die Stimmen, die Lyrics und vor allem dieser unverwechselbare Basslauf!

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Rabih Abou-Khalil – Lost Centuries (1993)

Ich wollte irgendwie auch meine nahöstlichen Wurzeln in dieser Auswahl würdigen. Ich bin musikalisch zwischen den Kulturen aufgewachsen, obwohl mich aufgrund meiner Sozialisierung «westliche Musik» im Alltag definitiv stärker geprägt hat. Und gleichzeitig ist mir die Musik des Nahen Ostens sehr nah und vertraut. Es gibt eine wirklich spannende Musikszene und immer wieder auch Musiker*innen, die die verschiedenen musikalischen Kulturen miteinander verknüpfen. Genau diese Brückenbauer wollte ich hier mit aufnehmen und habe daher zwei Stücke ausgewählt. Der libanesische Musiker Rabih Abou-Khalil ist wohl der Pioneer dieser nahöstlich-westlichen Fusion, der arabische Melodien und Instrumente mit Jazz, Soul und westlich-klassischer Musik mischt. Sein mit Glen Velez eingespieltes Album Nafas von 1988 war mein erstes «Fusion»-Album und ob ich das Vinyl-Album gar nicht mehr habe, ist mir der Sound noch immer im Kopf geblieben. Und Bachar Mar Khalife Kompositionen habe ich vor einigen Monaten während eines Anlasses in einem Berliner Museum entdeckt, wo zwei Tänzer zu seinem grossartigen «Kyrie Eleison» tanzten. Ausgewählt habe ich aber dieses packende animierte Video zum Song «Lemon», den er mit der Sängerin Yolla Khalife eingespielt hat.

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Yolla Khalife & Bachar Mar Khalife – Lemon (2015)