MyPod: 10 Top-Konzerte von Luisa Bitterlin

Luisa Bitterlin, Veranstalterin und Geschäftsleiterin Sonic Matter Zürich, ex Kaserne Basel, Kulturmanagerin und seit Frühling 2021 im Vorstand des RFV Basel.

18/11/21

Luisa Bitterlin © 2021 privat
Luisa Bitterlin © 2021 privat

Anstelle der sonst üblichen 10 Lieblingssongs gibt es berufsbedingt von Luisa Bitterlin 10 Lieblings-Live-Shows. Viel Spass!

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Connan Mockasin

Nachdem ich 2019 Connan Mockasin an der Bad Bonn Kilbi auf der Bühne sehen durfte, bin ich in der Mockasin’schen Wolke versunken; Connan hat mich eingelullt. Es kam mir vor, als wäre die Zeit für 1.5 Stunden stehen geblieben und als hätte Connan das gesamte Publikum mit Liebe besprüht. Eine Achtsamkeitsübung für Konzertgänger*innen. Sanft, irritierend, schön, versöhnlich und schräg zugleich.

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Aldous Harding

Wer noch nie am Les Créatives Festival in Genf war, sollte dies unbedingt nachholen. Die Reise lohnt sich. 2019 habe ich dort Aldous Harding sehen dürfen; Hardings Bühnenpräsenz ist unvergleichlich, skurril, verwirrend. Ihre Musik beruhigt und passt wunderbar ins Wohnzimmer an verregneten Novembertagen.

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Kate Tempest

Gäbe es mehr Kate Tempests auf der Welt, wäre sie weniger am Arsch, bin ich mir sicher.

Eine der grössten Künstler*innen der heutigen Zeit, so finde ich. «What am I gonna do to wake up?» Oder vielleicht: What are we gonna do to wake up?

Kate zeigt radikal auf, wie es um die Welt steht. Am B-Sides Festival 2018 war ich parallelisiert von ihrer Energie. Etwas nachdenklicher wie sonst spaziere ich in dieser Nacht den Sonnenberg in Luzern hinab.

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Altin Gün

Altin Gün ist eine Live Band. Das niederländisch-türkische Kollektiv bewegt sich irgendwo zwischen traditionellem und zeitgenössischem Folk- und Psych-Rock und gehört für mich zu den Konzert-Highlights in der Kaserne Basel. Wenn das (normalerweise) eher verhaltene Basler Publikum auf Altin Gün trifft, sollte man und frau besser dabei sein.

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Muthoni Drummer Queen

«But you always debate for a long time now. What a woman should make, what a woman should take but you never asked the woman what a basic mistake ...»

Muthoni Drummer Queen habe ich im Januar 2020 am Eurosonic Festival in Groningen (NL) entdeckt; in einer ausverkauften Venue. «Power» begleitet mich seither als persönlicher «Power»-Song; gibt mir Energie und bestärkt mich immer wieder aufs Neue in meinem Tun und Handeln.

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Evelinn Trouble

Evelinn Trouble habe ich am Reeperbahnfestival in Hamburg das erste Mal gesehen, nicht etwa in Basel oder Zürich. Ihr neustes Album Longing Fever ist im Oktober 2021 erschienen und es sollte unbedingt von Anfang bis Ende angehört werden. Trouble ist für mich eine Künstlerin, die sich nie festlegt und immer wieder neu erfindet. Ein weibliches Vorbild für viele junge Musiker*innen, die hoffentlich in Zukunft die CH-Bühnen erobern.

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Jan Wagner

Jan Wagner ist die beste Kur für Verspannungen im Nacken und gestresste Nerven. Sein Album Nummern habe ich durch einen guten Freund entdecken dürfen und lässt mich seither nicht mehr los. «Nummer A» bleibt mein absoluter Favorit, um in melancholische und friedvolle Welten abzutauchen. 2021 war er zusammen mit Rosa Anschütz in der Kaserne Basel zu Gast und hat das Publikum auf sanfte Weise aus dem Corona-Schlaf geweckt.

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Helado Negro

Um noch einen weiteren Favoriten aus meiner Kasernen-Zeit zu erwähnen: Helado Negro. Roberto Carlos Lange wohnt in Amerika, hat ecuadorianische Wurzeln und gewinnt sein Publikum durch seine herzliche Ausstrahlung und seine liebevolle Musik.

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Malummí

Larissa Rapold habe ich an der Geburtstagsfeier des RFV Basel (The Unborns) das erste Mal singen gehört; ein Jahr später dann mit Malummí als Trio mit Alon Ben und Giovanni Vicari. Larissas Stimme erinnert mich an jene der isländischen Musiker*in Emilíana Torrini. (Review Malummí-Debütalbums Blood).

Malummí

20/10/2021
Malummí © Dshamilja Kalt 2021
Malummí © Dshamilja Kalt 2021

Beiträge
2 000 CHF | Soundclinic Herbst | 2020

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Skunk Anansie

Dieses Konzertereignis fällt aus der Reihe, liegt weit zurück in meiner Jugend und darf, wenn es um die zehn besten Konzertmomente geht, definitiv nicht fehlen.

Luisa Bitterlin

Luisa Bitterlin
Luisa Bitterlin © Zeitversiegelung 2018

Vorstandsmitglied 2021–

Luisa Bitterlin hat in Basel Kulturmanagement studiert und ist seit vielen Jahren in der Basler Musikszene aktiv. Neun Jahre war sie beim Clubfestival BScene in verschiedenen Bereichen im Einsatz, von 2015–2018 schliesslich als Geschäftsleiterin. 2017 co-leitete sie das Projekt Soundkomplizen, das interessierten jungen Leuten professionelle Einblicke in die Arbeit hinter den Kulissen der Basler und Schweizer Musikszene ermöglicht.

Luisa war ausserdem von 2010–2013 für das Festival Culturescapes in Basel sowie 2014 für das Produktionsbüro Ehrliche Arbeit in Berlin tätig.

Von Sommer 2018 bis Herbst 2021 arbeitete Luisa Bitterlin im Musik-Team der Kaserne Basel, bevor sie nun als Geschäftsleiterin zum Verein Sonic Matter gestossen ist.