Vielfalt pur: RegioSoundCredit unterstützt neun Produktionen

Kurz nach Bekanntgabe der neuen Freiheiten nach dem Corona-Lockdown und knapp vor den Sommerferien 2021 hier nun die gute Nachricht aus dem Büro des RFV Basel: Neun Bands und Musiker*innen erhalten Popförderung vom RegioSoundCredit.

25/06/21  Doktor Fisch

Neun Produktionsbeiträge in der Höhe von insgesamt 37 200 CHF spricht die unabhängige Fachjury des RegioSoundCredit (RSC) in ihrer zweiten Jurysitzung Ende Juni 2021. Gleich sechs Bands und Musiker*innen aus der Region Basel erhalten erstmals einen Popförderbeitrag.

Stilistisch werden so unterschiedliche Genres wie Heavy Psych-Rock, helle und dunkle Folk Music, Indie Pop, elektronische und experimentelle Musik oder One-Man-Neo-Klassik-Electronica unterstützt. Ihr wollt aber sicher nur die Namen wissen, oder? Gut: Echolot, Francesco Panettone, Neuhaus, Nyfa, Sareena Overwater und René Courvoisier, The Leaving, The Noise Of Time, Ufo, Varuna.

Neben den neun geförderten Bands konnte die Jury auch zwei Projekte von jüngeren Basler Musikschaffenden an die Jugendkulturpauschale Basel weiterempfehlen.

Zuerst ein Danke an die Fachjury 2021

Vielfalt pur also, mit der die Basler Musikszene glänzen kann, die die Arbeit der Fachjury aber natürlich nicht einfacher macht. Ein grosser Dank deshalb an dieser Stelle erstmal an die neugewählte Fachjury des RegioSoundCredit 2021:

  • Michael Bohli, Musikjournalist und Redaktionsleiter von Artnoir.ch, Zofingen
  • John Bürgin, Musikjournalist, DJ, Radiomacher SRF 3 und Virus, Basel
  • Gisela Feuz, Kultur- und Musikjournalistin, Dozentin, Moderatorin, Musikerin, Bern
  • Joël Gernet, Rapper, Musiker, Journalist, Bonvinvant, Arlesheim
  • Fabienne Wolfschläger, OpenAir St. Gallen, Gadget abc Entertainment Group, Unique Moments Zürich, St. Gallen

Fach- und Jurysitzungsleiterin ohne Stimme: Melanie Müller, RFV Basel. (Kurzportraits gibt es via Klick auf den Namen, hier, unten).

Und nun ein paar Backgroundinfos zu den anstehenden, geförderten Projekten. Wir danken für euer Interesse.

The Leaving (provisorisches Bandfoto) © 2021 zvg.
The Leaving (provisorisches Bandfoto) © 2021 zvg.

The Leaving: Vom Solo-Akustik-Folk-Projekt zur grossen Band

Den höchsten Beitrag erhält die einst als Soloprojekt gestartete Band The Leaving von Frederyk Rotter (Zatokrev, Czar Of Crickets Productions). Mittlerweile hat Rotter die Formation um vier bekannte Basler Musiker*innen erweitert und nach fünf Jahren Funkstille seit dem letzten Studioalbum Faces (RFV-Review) neue Demosongs vorgelegt, und die haben die Jury sofort überzeugt. Sie honoriert die Produktion (Tonträger, Video) mit dem höchsten Beitrag (9 000 CHF) und wertet die dunklen Folksongs als «sehr hochwertige Musik mit schönem Songwriting und einer tollen Vision». Das Album soll weltweit erscheinen und wird im One Drop Studio in Basel aufgenommen.

The Leaving

17/08/2021
The Leaving (provisorisches Bandfoto) © 2021 zvg.
The Leaving (provisorisches Bandfoto) © 2021 zvg.

Beiträge
9 000 CHF | RegioSoundCredit Tonträger, Musikvideo | 2021
3 000 CHF | RegioSoundCredit Tonträger | 2014

Ufo © 2021
Ufo © 2021

Das Trio Ufo holt elf Gastmusiker*innen ins Boot bzw. die Untertasse

Ufo ist eine «offen strukturierte Band», im Kern eine 2010 gegründete Trio-Formation, die jedoch mit immer neuen und wechselnden Gastsänger*innen und -Musiker*innen aus den verschiedensten Genres von Indie-Pop, Jazz oder Rock bis Experimental und freie Improvisation zusammenarbeitet. Einige Songs und die dazugehörenden Videoclips sind während des Lockdowns in der Kaserne Basel entstanden und produziert worden.

Das «kollaborative, experimentelle und verbindende Konzept» mit bisher 14 Gastmusiker*innen überzeugt die Jury sehr; sie spricht Ufo erstmals einen Beitrag in der Höhe von 7 000 CHF zu. Er wird für die Produktion des physisch als Vinyl-LP erscheinende Studioalbums (beim Basler Label A Tree in a Field Records) samt der erwähnten Musikvideos verwendet.

Ufo

21/06/2021
Ufo © 2021
Ufo © 2021

Beiträge
7 000 CHF | RegioSoundCredit Tonträger, Musikvideo | 2021

The Noise of Time © 2021
The Noise of Time © 2021

Experimentell verschränkte analoge Videos und Sounds

Einen Tonträger und verschiedene Musikvideos hat auch Mario Robles aka The Noise Of Time in Arbeit. Die Jury spricht mit 4 200 CHF einen erstmaligen Beitrag an dieses analog-modular-experimentelle Sound & Visuals-Projekt des Basler Produzenten, der sich u.a. mit seiner Arbeit als Miajica oder für Alma Negra weit über die Grenzen einen Namen in dieser Nischenszene gemacht hat.

Erscheinen soll die EP auf Bambient Records der Basler Musikerin und Labelmacherin Anna Aaron. Gespannt sein dürfen wir auch, wie sich The Noise Of Time dann als verschränkte analoge Bild- und Ton-Welt im Live-Format präsentieren wird. Video-Eindrücke gibt es z.B. auf dem Instagram-Profil (Band-App klicken für den Link).

The Noise Of Time

17/08/2021
The Noise of Time © 2021
The Noise of Time © 2021

Beiträge
4 200 CHF | RegioSoundCredit Tonträger, Musikvideo | 2021

Echolot © 2019 zvg.
Echolot © 2019 zvg.

Echolot: Nach Resonate-Gewinn nun erster RSC-Beitrag

Echolot, die fulminante Intensivstation der Basler Rock/Metal-Bandszene, erhält für das neue Album von der RSC-Jury 4 000 CHF für die Tonträger- und Musikvideo-Produktion. Die Drei von Echolot schaffen es, mit «jedem Album neue Facetten einzubinden» und sind zudem stark in der (auch internationalen) Szene vernetzt, wertet die Jury, überzeugt vom vierten Release der Basler Band. (Review des letzten Albums Destrudo).

Aufgenommen haben die Resonate-2020-Gewinner Echolot das Album während des Corona-Lockdowns im Humbug in Basel aufgenommen. Das erste Video soll bereits diesen Winter erschienen; das Album im Herbst 2022 bei Sixteentimes Music / Czar Of Cricket Basel.

Echolot

21/06/2021
Echolot © 2019
Echolot © 2019

Beiträge
4 000 CHF | RegioSoundCredit Tonträger, Musikvideo | 2021
3 000 CHF | Resonate | 2020

Sareena Overwater und René Courvoisier © 2021
Sareena Overwater und René Courvoisier © 2021

Erstmals RSC-Beiträge an Sareena Overwater x René Courvoisier sowie an Neuhaus

Erstmals kann auch die von Irish & Celtic Folk beeinflusste Musikerin, Songwriterin und -Sängerin Sareena Overwater aus Lausen BL vom RegioSoundCredit profitieren. Nach ihrem letzten Album Moments In Time (2015, RFV-Review), zahlreichen regionalen Auftritten und zwei Babypausen arbeitet Sareena Overwater musikalisch nun mit Co-Songwriter und Gitarrist René Courvoisier (Keep Wondering) zusammen. Ihr Album mit zwölf «irisch angehauchten Folk-Pop-Songs» soll bereits im Herbst erscheinen und wird von der Fachjury mit einem Beitrag von 3 000 CHF unterstützt.

Sareena Overwater und René Courvoisier

17/08/2021
Sareena Overwater und René Courvoisier © 2021
Sareena Overwater und René Courvoisier © 2021

Beiträge
3 000 CHF | RegioSoundCredit Tonträger | 2021

Neuhaus © 2020 zvg.
Neuhaus © 2020 zvg.

Ebenfalls mit 3 000 CHF wird das neue Album von Neuhaus, dem zwischen Neo-Klassik und Electronica balancierenden-Solo-Projekt des Kontrabassisten, Violinisten und Elektronikmusikers Yves Neuhaus (The Amber Unit, Mistral), unterstützt. Aufgenommen wird im eigenen «Drosselton»-Studio, erscheinen soll es im Spätfrühling 2022 bei Radicalis Musik Basel.

Neuhaus' erstes Album Scapes & Spaces Volume 1 erschien Anfang 2019 (RFV-Review), das zweite, Volume 2, dann Ende 2020 kurz vor dem erneuten Lockdown. Nun soll Neuhaus' poetische, eigenständige und «äusserst starke Musik» (Jury) auf dem dritten Tonträger fortgeführt und endlich auch wieder mit ausgiebiger Live-Präsenz zelebriert werden. Erster RSC-Beitrag für den Bottminger Musiker und Komponisten.

Neuhaus

17/08/2021
Neuhaus © 2020 zvg.
Neuhaus © 2020 zvg.

Beiträge
3 000 CHF | RegioSoundCredit Tonträger | 2021

Folge-Beiträge für die Elektroniker Francesco Panettone und Varuna

Nach den 2020 bzw. 2021 erfolgreich lancierten EPs/LPs im Genre der elektronischen Musik erhalten sowohl der Basler House-/HipHop-Producer Francesco Panettone (RFV-Review der letzten EP) wie auch das Producer-Trio Varuna aus Allschwil einen zweiten Beitrag des RSC in der Höhe von je 2 500 CHF für ihre kommenden Tonträger.

Francesco Panettone, dem von der Jury «eine spannende kulturelle Vision» attestiert wird, will die neue EP auf seinem neu gegründeten Label Meschúgn herausbringen (zuvor jeweils bei seinem Kollektiv-Label Oro Negro).

Varunas neue EP wird wieder auf Amenthia Recordings in Basel/Allschwil erscheinen (Varunas erstmals RSC-unterstützte LP/EP in der RFV-Review). Für die Jury bilden Amenthia und Varuna «eine neue und junge Treibkraft in der Basler Electronicaszene» mit viel Potential.

Francesco Panettone

25/06/2021
Francesco Panettone © Helena Tapajnova 2020
Francesco Panettone © Helena Tapajnova 2020

Beiträge
2 500 CHF | RegioSoundCredit Tonträger | 2021
2 000 CHF | RegioSoundCredit Tonträger | 2020

Varuna

21/06/2021
Varuna © 2020
Varuna © 2020

Beiträge
2 500 CHF | RegioSoundCredit Tonträger | 2021
2 000 CHF | RegioSoundCredit Tonträger | 2020

Nyfa © Josephine Weber 2020
Nyfa © Josephine Weber 2020

Last but not least: Erster Beitrag für die Basler Musikerin und Songwriterin Nyfa

Nyfas kollaboratives Musikvideo wird Anfang 2022 das Licht der Welt erblicken. «Wache, weibliche Stimme für ein intelligentes und bewegendes Video», meint die Jury. Nyfa aka Alexandra Ukonu (geborene Werner) ist in der Musikszene bestens bekannt, vor allem natürlich durch ihre erste Band Serafyn (wo sie Cello spielte und sang), die nicht nur in der Schweiz auf ein begeistertes Publikum stiess und 2015 den Basler Pop-Preis gewann.

Als Nyfa gab es undank des Lockdowns bisher wenige Live-Auftritte, doch auf Radio X lief ihr 2020er-Song «My Choice» rauf und runter. Wir freuen uns auf mehr und auf bewegte Bilder, die in Zusammenarbeit mit Filmemacher*innen und Musiker*innen aus Süd- und Westafrika sowie aus Basel entstehen werden. Erster RSC-Beitrag für Nyfa (2 000 CHF).

Nyfa

17/08/2021
Nyfa © Josephine Weber 2020
Nyfa © Josephine Weber 2020

Beiträge
2 000 CHF | RegioSoundCredit Musikvideo | 2021

RegioSoundCredit isch geil! Und volljährig.

Der RFV Basel freut sich sehr, mit den erhöhten Fördergeldern im RegioSoundCredit das für das kulturelle Selbstverständnis, die Vielfalt und die Lebendigkeit unserer Region so wichtige populärmusikalische Schaffen zwischen Spitze, Nische, Nachwuchs, Diversität, Breite, Genres und Generationen fördern zu dürfen. Oder anders gesagt: RegioSoundCredit isch geil! Und nun volljährig.

Seit 2004 haben 344 Bands und Musiker*innen RSC-Beiträge in der Höhe von total 1,406 Mio. CHF erhalten, was einmal mehr die alte Regel bestätigt, dass einer Band mit 4 000 CHF (oder eben 4 087 CHF Ø) schon sehr fest geholfen wird.

Bewerbungen für den nächsten Jurytermin sind bis 29. September 2021 um Mitternacht online möglich. Mehr zum Förderwettbewerb gibt es hier.

Permalink: www.rfv.ch/RSC